Der CIP-fähige Lebensmittelschlauch PARNOR FOOD
Vor 1992 wurden in der Brauerei- und Milchindustrie ausnahmslos Gummi- oder Kunststoffschläuche eingesetzt. Ihre Reinigung wurde als problemlos angesehen. Der grosse Nachteil war, dass diese Qualitätsschläuche fast jährlich wegen Alterung und der damit nicht mehr garantierten Keimfreiheit ausgetauscht werden mussten. Nach eingehender Forschung und Marktabklärung brachte die damalige IWK (heute BOA) 1994 ein neues Produkt auf den Markt, die Lebensmittelschlauchleitung aus 1.4404 Edelstahl Typ PARNOR FOOD.
Reinigbarkeit angezweifelt
Anfänglich herrschte grosse Skepsis bei den Lebensmittelbetrieben. Wellschäuche, ob spiral- oder ringförmig gewellt, liessen sich nicht reinigen, war das Argument. Man wollte sich auf kein Experiment einlassen wegen der berühmt berüchtigten Keime. So wurde im August 1992 das Institut Weihenstephan der Universität München mit der Prüfung der Reinigbarkeit von wendel- (oder spiral) gewellten Schläuchen beauftragt. Die IWK (heute BOA) wollte sich hiermit ihre Hypothese - ein Wendelwellschlauch reinigt sich durch die heraustragende Wellung selbsttätig - bestätigen lassen. Um diese Theorie zu erhärten fügte man - quasi als Negativprodukt - einen parallel- (oder ring)gewellten Schlauch der Prüfung bei. Die Schläuche wurden mit verdickter Hefelösung gefüllt, anschliessend mit 1%iger Natronlauge gespült und die Reinheit geprüft.
Parallelwellung bringt optimale Spülresultate
Die Überraschung war perfekt, als nach den ersten Spülungen festgestellt wurde, dass nicht der wendelgewellte Schlauch den erwarteten Ergebnissen entsprach, sondern das Negativprodukt, nämlich der parallelgewellte Schlauch Typ. Er war nach der Spülung innen metallisch blank. Die bessere Spülung ist einerseits bedingt durch die dank hydraulischer Verformung glattere Innenoberfläche. Andererseits, obwohl doch jede Parallelwelle ein eigentliches Hindernis darstellt, werden dank breitem, tiefem Wellenprofil hemmende Doppelwirbel vermieden und somit alle Rückstände während des Reinigungsprozesses aus den Wellen entfernt. Die asymmetrische Wellenform garantiert dennoch eine sehr hohe Flexibilität.
CIP-fähig
1993 lag das Gutachten über die Reinigbarkeit des PARNOR später PARNOR FOOD genannten Schlauches vor: "bezüglich der Reinigungsfähigkeit nicht von einer glatten Leitung zu unterscheiden". Es wurde in der Fachzeitschrift “Brauwelt” bekanntgemacht. Seither setzen über 200 Unternehmen den PARNOR FOOD ein, teilweise bereits seit mehreren Jahren. Hauptsächlich sind dies Brauereien, aber auch die Molkereiindustrie, welche die gute CIP-Fähigkeit hervorhebt, gerade auch wegen der besonderen Problemen mit Milchfetten. Die Abkürzung CIP steht für “Cleaning in Process”, d.h. die Schlauchleitungen spülen sich selbst frei beim Durchfliessen des Produktes und brauchen zum Reinigen nicht mehr extra abgekoppelt werden.
Dicht verschweisst – keine Rückstände
Gummischläuche mussten mit Klemmverbindungen angeschlossen werden. Dünnwandige Edelstahlschläuche werden hingegen mit dem starken Anschlussteil grat- und spaltfrei verschweisst. Schlauch und Anschluss bilden eine Einheit. Es gibt kein Abreissen, keine Möglichkeit für Unreinheiten, die sich in die Verbindung einschleichen könnten. Da alle Teile des Produktes aus Edelstahl gefertigt sind, kann der Schlauch auch mit Heissdampf gereinigt werden, ohne dass eine Alterung eintritt.
Einsatz in allen Industriebereichen
Der PARNOR FOOD zeichnet sich gegenüber Gummi- und Kunststoffschläuchen vor allem dadurch aus, dass er gut reinigbar, sehr flexibel, beständig gegen Druck, hohe Temperaturen, Alterung und gegen aggressive Chemikalien (nicht gegen Chlor) ist, verbunden mit einem gutem Preis-Leistungsverhältnis. Inzwischen ist der PARNOR FOOD in vielen Industriebereichen, auch ausserhalb des reinen Lebensmittelbereiches, tausendfach eingesetzt und erprobt. Einige weitere Anwendungsgebiete: Abfüllanlagen und Förderleitungen für Mineralwasser, Körperreinigungsmittel, tensidhaltige Füllstoffe, Farbstoffe, Blutplasma, Babynahrung, Sondernahrung im Klinikbereich, in der chemischen Reinigung und in Autowaschanlagen.


